Testwanderung Rommelstal (Sept. 2013)

 

 

Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine.

Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen.

 

Unsere September-Tour gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.


Wo sind eigentlich meine guten Vorsätze geblieben, jede Wanderwölfe-Tour im Jahr davor zur richtigen Jahreszeit schonmal vorzulaufen?!

 

Heute "muss" ich unbedingt die September-Tour angehen: im Juli/Anfang August war's echt zu heiß und im September fehlen mir urlaubsbedingt zwei Wandersonntage. - Polster-Stress, hausgemacht.

 

Zusätzlich hab ich mir vorgenommen, den neuen Tourenrucksack ausführlich zu testen, der uns auf der 100-km-Rundwanderung Anfang September in Nordthüringen begleiten soll. Aus demselben Grund gibt auch Paulchen heute den "Packesel" und trägt so nützlichen Kleinkram wie Pfotenschuhe und Frauchen's Knöchelbandage ... nur für alle F(e)lle ...

 

Ich starte um 09:30 Uhr am "Seufzerparkplatz" unterhalb der Liebfrauenhöhe.

Elegant will ich meinen megatollen Rucksack aus dem Auto schwingen "HIMMELHERRGOTTUNDNOCHEINS! - Hat da einer ZIEGELSTEINE reingepackt?!" Keine Ziegelsteine. Ein paar Wasserflaschen mehr als sonst, ergänzt um ein paar Dinge die auf die Großwanderung eh mitmüssen, sorgen für das erste Stirnrunzeln. Satte 10 kg bringt das Teil auf die Waage. - Hoffentlich halten die Hunde durch, sonst muss ich mir vom Bauern ein Handwägele borgen!

Einmal geschultert und richtig justiert, trägt sich mein Bündel überraschend leicht.

 

Mit der nötigen Andacht geht's den liebevoll gepflegten Kreuzweg hinauf, oben an der Kapelle links, am Friedhöfle der Schönstatt-Schwestern vorbei und dann rechts ab auf's freie Feld. - Juhuuuu, das Leben ist schön! HIER werden die Wölfe sich bestens austoben können!

Ein wenig eintönig sind die geteerten Wirtschaftswege, aber da müssen wir durch!

Bald schon haben wir die Weitenburg umrundet und sind auf dem Weg zur Ruine Siegburg, wo die erste längere Rast stattfinden soll. - So jedenfalls der Plan.

Tatsächlich sind wir heute mit Blindheit geschlagen und die Ruine ist so gründlich ruiniert, dass sie uns im Vorbeigehen überhaupt nicht auffällt ... erst von weiter unten sehe ich die Reste der Grundmauern. Naschön: dann eben Pause auf'm Baumstamm. - Aber he, wer weiß wie wir in 1000 Jahren aussehen ...

Erst die Fremde lehrt uns, was wir in der Heimat besitzen.

Freundlicherweise hat der Schwäbische Albverein den Weg gut gepflegt und beschildert. Schon bald kommen wir nach Bierlingen, das sich als heimlich rausgeputztes Schmuckkästchen entpuppt. Nach kurzem Sightseeing ist die Abzweigung nach Obernau rasch gefunden.

Na, jetzt kann ja nix mehr schiefgehen: nur noch am Bach entlang, dann sind wir richtig.

Typischer Fall von DENKSTE!

Ich verschmähe den geschotterten Weg und stehe prompt 10 min. später knöcheltief (!) im Morast. So ne Schlammpackung soll ja gut sein für die Haut. Naschön, vielleicht hilft's auch den Lederschuhen ...

 

Dabei führt der vermeintliche Wanderweg nur auf eine Viehweide *aaarrrrghhh*

die ringsum vom Seltenbach umschlossen ist *wäääähhhh*

Zum Glück hat der Bauer für seine eigene Bequemlichkeit ein ziemlich stabiles Brückle gebaut.
Dafür bin ich ihm seeeehr dankbar ...

 

Es scheint überhaupt ein sehr bau-freudiger Bauer zu sein. Wenige Schritte später kommen wir am Eingang zum Rommelstal zu einer hübschen kleinen Marienkapelle, sogar mit einem Extra-Bänkle für müde Wanderer. Erleichtert lass ich den Rucksack plumpsen, baumle mit die Beene und höre "PLOPP": Paul hat sich samt Rucksack schlafen gelegt. So eine ungewohnte Last macht müde! Nicht mal Jette kommt, um sich ihren Anteil von meinem Vesper zu erbetteln.


Vereinzelt strampeln Radfahrer den Asphaltweg hoch. Das KÖNNTE sonntags bei gutem Wetter eine Herausforderung werden. Aber die Wanderwölfe sind ja ein eingespieltes, rücksichtsvolles Team!

Wind kommt auf, es hat merklich abgekühlt ... ich lausche: grummelt da in der Ferne etwa ein Donner?! Laut Wettervorhersage wär's möglich. Also heißt es hurtig die Beine in die Hand nehmen und Fersengeld geben. - Kurz nach der Römischen Wasserleitung hat uns der Regen doch eingeholt. Ich fummle den Rucksacküberzieher raus und experimentiere mit dem Regencape. Eigentlich ist es Wurst, ob ich vom Regen nass werde oder vom eigenen Kondenswasser ... Jette und Paul tragen Frauchen's Cape-Überzieh-Verrenkungen mit Fassung: die sind abwaschbar ==:o))

Immerhin: das Gewitter verschont uns weitgehend. Und im Rommelstal sind wir auch ein bisschen geschützter als vormittags auf der freien Ebene.

 

Kurz vor Schluss treffen wir zwei reizende ältere Damen, die freundlicherweise ein Erinnerungsfoto von den "3 begossenen Pudeln" machen. - Bei unserem sprichwörtlichen Wanderwetterglück glaubt uns sonst kein Mensch, dass Wanderwölfe AUCH MAL im Regen unterwegs sind ...


22.09.2013

*Wahl-Sonntag*

Weitenburg und romantisches Rommelstal

10:30 Uhr Wanderparkplatz Liebfrauenhöhe

 

Die Fotos der Vorwanderung ansehen.

  | 16 km | 200 hm
5 Stunden (zzgl. Pausen)
Rückkehr ca. 16:30 Uhr
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Kommentare: 2
  • #1

    Ingrid (Samstag, 24 August 2013 22:39)

    Hey Paul,mega schick da passt mein Versperle bestimmt auch rein.Und die Wanderung bei der mir einige Passagen bekannt vorkommen klingt nach dem reinsten Erlebnisparcour.Wir freuen uns darauf.LG Ingrid und wuff-wuff Liesel

  • #2

    Götz (Mittwoch, 28 August 2013 12:55)

    Also Cordula, Du siesch oifach zu sexy aus mit dem Überzieher....pruuuust!

    Fahrradfahrer sind für uns doch kein Problem. Es sei denn sie kommen mit einem Affenzahn angesegelt und/oder sind zu blöd zum Klingeln....da kann es dann schon mal sein, dass ich mehr Platz benötige als sonst. Wie auch immer...es wird eine saugute Tour wie immer. Und ob bei Regen oder Sonnenschein ist mir fast egal. Dabeisein ist alles. Und in der Sonne kann jeder!!