Perpetuum mobile

 

 

Zurzeit vergeht kaum eine Woche, in der mich nicht ein Hilferuf für notleidende Hunde mit der Bitte um Veröffentlichung erreicht.

 

Rumänien - Spanien - Griechenland ... hört das denn nie auf???!!!

 

Beispiel Rumänien:

Ein Gesetz zur Tötung gefährlicher Straßenhunde dient fanatischen gewaltbereiten Bevölkerungskreisen als willkommener Vorwand, um ihre "draculinischen" Neigungen auszuleben und massenweise Hunde zu morden, am helllichten Tag, auf offener Straße, vor den Augen der Öffentlichkeit. Über private Hilfe vor Ort und Protestaktionen in Deutschland hat dieser Blog schon mehrfach berichtet.

 

 

Beispiel Spanien:

Nicht nur in Andalusien kämpfen die Tierschützer auf verlorenem Posten. Die maroden (privaten) Tierheime sind oft nicht einmal an die öffentliche Basis-Infrastruktur angeschlossen: kein Wasser, keine Kanalisation, keine Elektrizität. Besonders tragisch: Linares. Im Sommer 2009 feierte man dort erst den Anschluss an die öffentliche Elektrizität, im Dezember 2009 und im Herbst 2012 schon wieder fiel das Tierheim dem Hochwasser zum Opfer.

Jetzt soll das Anwesen endgültig einer neuen Autobahntrasse weichen. Ein Ersatzgelände ist zwar vorhanden, die Aufbaumaßnahmen (Umzäunung) können aber anscheinend nur schleppend beginnen, weil die Stadt den bewilligten Zuschuss (30.000 Eu) nicht freigibt.

 

 

Beispiel Griechenland:

Chalkidiki - Thessaloniki - Patras. Synonyme für traumhafte Urlaube. Doch wer hinter die Kulissen schaut, ist schnell kuriert vom Urlaubsfeeling: Massenhaft Giftköder, Tierquälerei, Ignoranz gegenüber Tieren sind für die Tierschützer vor Ort grausame Normalität.

Und immer wieder fragen Tierschutzorganisationen bei mir an:

"Würden Sie nicht doch - noch einmal - ein letztes Mal - ausnahmsweise - einen Pflegie aufnehmen, er/sie ist auch ganz besonders bedürftig ... ?!!"

 

Eine Sisyphus-Aufgabe!

Kaum ist einer gut vermittelt, steht schon der nächste Kandidat in den Startlöchern.

Alles begann im April 2011 mit "Andi", dem Sheltie-Mix, der im Mai vermittelt wurde.

Im Juli 2011 kam "Chispa", die Rauhaar-Podenga. Kaum war die im September 2011 gut in ihrem neuen Zuhause im Taunus angekommen, landete 14 Tage später "Luna", die (viel zu dicke) Wasserhündin. Die zog Anfang Dezember 2011 in ihr Zuhause an die Nordsee. - Eine Woche später kam "Paul" - und sah und siegte!

Man glaube nicht, ich hätte 2012 ganz ohne Tierschutzarbeit zugebracht:

Flyer für Atila, Pippa, Buggy, Dino ... zig Hundeportraits in Tierschutzportalen ...

 

Anfang November 2012 kam dann "Juli" ins Pflege-Rudel (lebt jetzt bei Chemnitz)

... gefolgt von "Pablo" (lebt seit März 2013 in Kiebingen und ist ein Wanderwolf geblieben)

... gefolgt von "Fido" (ging Oktober 2013 über die Regenbogenbrücke).

Manchmal könnte man vom Glauben abfallen: Allmählich sollten doch die Kastrationsprogramme Wirkung zeigen? Doch davon hört und liest man nix. Dafür werden die Berichte über unsägliche Zustände vor Ort immer drastischer. Immer glühendere Worte braucht es, um weitere Hilfsangebote zu generieren.

 

Ist meine Hilfsbereitschaft "aufgebraucht"?

Bin auch ich angesichts der Menge und der immer grausameren Schilderungen abgestumpft gegen die Hilferufe? - Oder bin ich einfach nur ausgelaugt?

 

Jette und Paul haben bisher jeden Neuzugang freundlich aufgenommen. Haben Futter, Kissen, die Autobox und Frauchens Zuneigung klaglos geteilt. Die beiden sind so lieb und unauffällig, da sollte doch ein Dauer-Pflegeplatz drin sein? Oder sollte ich ihre Treue und Gelassenheit lieber mit mehr Zuwendung geteilt durch Zwei belohnen?

Ich denke, wer Kraft, Zeit und die Möglichkeit für einen weiteren (Pflege-)Hund hat, der hat in Zeiten des Internets die Qual der Wahl und muss sich aus den vielen Portalen "nur" noch den Kandidaten aussuchen, der am besten zur eigenen Lebenssituation passt.

 

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass "Die Wanderwölfe" sich auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren sollten:

das gemeinsame Wandern und die Verbesserung des Klimas zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern in unserer Heimatregion.

Nach wie vor wehre ich mich dagegen, unsere Initiative zum verlängerten Arm von Tierschutzorganisationen zu machen.

 

 

Menschen, die überlegen einen (weiteren Auslands-) Hund zu adoptieren, dürfen mich gerne nach meinen Erfahrungen mit den Hunden im Allgemeinen und verschiedenen Tierschutzorganisationen im Besonderen fragen.

 

"Die Wanderwölfe"-Seite bleibt weiterhin vermittlungsfrei.

 

Wir haben andere, in unserem Umfeld mindestens ebenso wichtige Aufgaben.



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Kommentare: 5
  • #1

    Götz (Mittwoch, 30 Oktober 2013 18:27)

    Ja, das denke ich auch. Hundevermittlungen gibt es im Netz schon mehr als genügend.

    Wenn ich die Gesichter so mancher Bauern oder Spaziergänger sehe ist noch viel zu tun. Vor allem muss man immer den "Dreck" oder Bockmist den andere verursachen wegräumen. In unserer Gegend habe ich mit Bauern keine Probleme da ich immer die Kackbeutel in der Hand habe wenn ich einen Landwirt sehe. Er weiß oder kann dann davon ausgehen dass ich unseren Dreck wegräume. Aber es gibt einfach zu viele Gesellen denen es völlig wurst ist wie Hundehalter in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Es ist wie Dünen hochlaufen.....sehr zäh und anstrengend. Aber.....wir geben nicht auf!!

  • #2

    Ingrid (Mittwoch, 30 Oktober 2013 19:49)

    Ich denke auch,das es genügend Portale im Netz gibt.
    Ich für meinen Teil bin so froh,daß wir die Wanderwölfe gefunden haben und unsere Liesel so genommen wird wie sie halt nun mal ist. Wir haben da schon die " tollsten" Vorschläge bei Begegnungen(auch bei Begegnungen ohne Hund) zu hören bekommen.
    Auch das Problem mit dem"Dreck" ist wie Götz richtig feststellt vielen einfach egal.Hier bei uns wird als neueste Masche mit dem Auto über die Feldwege gebrettert,neben der Wiese angehalten,Kofferraum auf.... so kann man auch noch im schön warmen Auto sitzen bleiben und dann zurück. Für was haben die dann einen ( armen) Hund???
    Es gibt viel zu tun im Umfeld-packen wir´s an . Geduld und Ausdauer werden belohnt (Liesel zeigts uns manchmal).

  • #3

    Götz (Donnerstag, 31 Oktober 2013 05:47)

    Zitat: "Ich für meinen Teil bin so froh,daß wir die Wanderwölfe gefunden haben und unsere Liesel so genommen wird wie sie halt nun mal ist."
    Genau so sollte es auch sein. Jeder weiß selber wo er sich im Netz schlau machen kann und bekommt auch genügend "Hundetrainer"adressen heraus. Und wenn ich Besserwisserei brauche gehe ich einfach in diverse Hundeforen ;-)
    Wir bei den Wanderwölfen sind da ganz anders. Wenn jemand einen Ratschlag braucht fragt er einfach danach. Mama Wanderwölfin darf natürlich auch den einen oder anderen Ratschlag abgeben....immerhin ist sie ja die Mama.

  • #4

    NICHT "die Mama" (Donnerstag, 31 Oktober 2013 20:16)

    Also, ihr Lieben, ich freu' mich sehr dass ihr euch bei "uns" so gut aufgehoben fühlt.

    Aber eins ist auch klar: der Liebe Gott hat sich schon was dabei gedacht, weshalb er mir - entgegen anderslautendem Wunsch - keine zweibeinigen Kinder vergönnt hat. Also bin ich "NICHT die Mama" (frei nach der Fernsehserie mit den Dinos, die Älteren unter euch werden sich noch erinnern). Sondern einfach nur eine Wanderwölfin, die ohne ihre Mitwölfe ziemlich alleine durch die schwäbische Pampa streunen würde ...

    Auf baldiges Wieder-Streunen ... schon am kommenden Schnüffel-Sonntag *freu*

  • #5

    Götz (Freitag, 01 November 2013 10:33)

    Auch ein schönes wenn auch trauriges Bild...die einsame Wölfin die durch die Weiten des Schwarzwaldes streunt. Aber ein Rudel ist eben ein Rudel. Und auch ich freue mich einen Teil des Rudels am Sonntag wieder zu sehen. Frei nach dem Motto vom Pferdle: ohne Mitwölfe ist man nur ein halber Wolf. ;-))