Abenteuer zwischen den Jahren

 

Bestes Wanderwölfe-Testtouren-Wetter:

Böiger Wind. Dauerregen. Außer uns "koi Sau" unterwegs.

Auf zur Streckenerkundung an die Londorfer Kapelle (Tour Januar 2015).

Da staunten die Welpen und Junghunde der Vollmaringer Hundeschule nicht schlecht, als Samstagvormittag zwei fremde Autos direkt vor ihren Nasen hielten und gleich VIER ausgewachsene Wanderwölfe samt ihren Futterträgern ausstiegen. Doch die Vier ließen sich vom "Kleinzeug" nicht irritieren und machten sich gleich auf den Weg. Hinüber zur Londorfer Kapelle, wo wir am Parkplatz einerseits dem Mülleimer einen Besuch abstatteten und andererseits die Regenüberzieher hervorholten, denn inzwischen war der angekündigte Nieselregen aus Frankreich eingetroffen.

Bis Iselshausen war der Weg ganz ordentlich., doch am Ufer der Steinach angekommen zeigten sich erste Schwächen der Streckenplanung: das kartografierte Brückle fehlte. Oder war in Privatbesitz. Jedenfals: kein Weiterkommen.

 

Also rein in den Ort und einen anderen Weg gesucht.

 

Vorbei an der Iselshäuser Mühle kamen wir dann schließlich zu einem üdüllüschen Bänkle, das - wie wir - vor Nässe triefte. Egal. Ein Schluck heißer Tee musste her. Und die Wölfe lauerten auf ihre Halbzeit-Ration. Als wir nach kurzer Rast weiter wollten, lagen sie auf einmal mitten im Weg: zwei quietschbunte Geldbörsen. Leicht zerfleddert, leicht angeschmutzt, aber noch "frisch".

 

Hm. Geldbörsen, alleine im Wald? Eher unwahrscheinlich. Da mussten kriminelle Elemente im Spiel gewesen sein. In Götz und mir erwachte detektivischer Spürsinn. Und tatsächlich: die Diebe hatten es nur auf Bargeld und Bankkarten abgesehen gehabt. Alle anderen Dokumente (überwiegend Kundenkarten, doch auch Versichertenkarten der Krankenkasse UND ein Personalausweis) waren achtlos weggeworfen worden. Ein Indiz dafür, dass auf dem Land die Welt noch einigermaßen "in Ordnung" ist: in der "Szene" einer Großstadt wären die beiden letztgenannten fast so gut wie Bargeld ...

 

Während Götz über den Aussteller einer Kundenkarte versuchte, Kontakt zum Eigentümer der Fundstücke herzustellen, sagte das Polster'sche Navi: die Eigentümerin wohnt knapp 200 m von der Fundstelle entfernt. Also machten wir uns auf den Weg und fühlten uns ein bisschen wie verspätete Christkinder.

 

Tatsächlich öffnete auf unser Läuten die Dame vom Bild auf dem Personalausweis. Könnt ihr euch deren Überraschung vorstellen? Da klingeln am verregneten Samstagnachmittag zwei seltsame Gestalten mit nicht weniger als vier Hunden an der Haustür und fragen, ob sie (kürzlich) ihre Geldbörse verloren hätte ...

 

Die Wiedersehensfreude mit ihren Dokumenten war groß. Denn wir hatten nicht nur ihre "gerettet": das zweite Fundstück gehörte ihrer Tochter. Während wir noch rumstanden und smalltalkten kam der kleine Sohn mit dem Telefon in der Hand zur Haustür: "Mamma, des isch dr Optiker für dich!".

Keine Lust hatten wir viel, doch es half nichts: wir mussten ja auch wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wenn wir gewusst hätten, welcher Weg auf uns wartet, hätten wir vermutlich ein Taxi bestellt.

 

Zu allem Überfluss erwies sich die Streckenplanung als (bestenfalls) "etwas ungenau" und wir hatten ordentlich zu kämpfen. Die Fotos vom dornigen Dickicht und bergauf ersparen wir euch lieber. Meinte auch Götz' Fotoapparat und gab unterwegs den Geist auf.

Als wir uns endlich wieder orientiert hatten und in Gedanken schon in trockenen Klamotten im jeweiligen Auto auf der Heimfahrt waren, zeigte Omino - eher zufällig - was ihn wohl schon die letzten Kilometer ordentlich quälte: der arme kleine Kerl hatte sich am neuen Geschirr die Innenseiten der Vorderläufe wundgescheuert und der lange, anstrengende  Marsch in der Nässe trug sicherlich auch nicht zu seinem Wohlbefinden bei.

 

Zum Glück ist Omino (wenigstens äußerlich) eine eher handliche Größe und so konnte Götz endlich das Hundetragetuch gebührend einweihen, das ich seit Anbeginn der Wanderwölfe in meinem Rucksack mit"schleppe".

 

Wie man sieht, sind wir schließlich doch noch "irgendwann" wieder ins Trockene gekommen. Und Omino war trotz Verband rasch wieder guter Dinge.

 

Dieser Wander-Reinfall ist jedenfalls für mich Ansporn, künftig auch die Test-Touren nochmal am Rechner anzuschauen, bevor es zum erstenmal auf die Piste geht.


25.01.2015

 

 

Von der Londorfer Kapelle zum Herrenwald

10:30 Uhr Nagold-Vollmaringen, Schönbuchstraße 51

Wanderkarte     erste Fotos

 

 

  | 11 km | 210 hm

Rückkehr ca. 14:00 Uhr



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Kommentare: 6
  • #1

    Götz (Donnerstag, 02 Januar 2014 14:30)

    Mir hat es trotz oder gerade wegen der Widrigkeiten Spaß gemacht. Auch wenn ich etwas im Ar... war. Trotzdem....so abenteuerlich war schon lange keine Wanderung mehr. Es war klasse muss aber nicht unbedingt öfter sein. ;-)) Und genau dazu sind die Vorwanderungen ja da- einen reibungslosen Ablauf am Wanderwölfesonntag zu haben. Ich will jetzt nicht sagen zu garantieren weil etwas Abenteuer hat noch niemand geschadet. Und wer will schon meckern bei der vielen Arbeit die sich Cordula bei jeder Tour macht. Ich liebe es eine Tour zu planen und dann festzustellen, dass irgendein Waldschrat den Weg versteckt hat und ich jetzt improvisieren "darf". Zumindest solange mein Smartphone Akku noch so gut viel voll ist. 8-))

  • #2

    Ingrid (Donnerstag, 02 Januar 2014 14:35)

    Ihr Armen das klingt ja abenteuerlich aber die Gegend scheint dafür bekannt zu sein. Auch wir sind da mal über Stock und Stein,es geht nicht mehr weiter hier,im Dornengestrüpp,den Abhang im Matsch nach unten(nicht auf den Füßen),total ausgelaugt, um dann nicht in Iselshausen(von Baisingen aus)sondern in Gündringen rauszukommen. Hat uns auch auch riesig Spaß gemacht zumal damals mit einer halbjährigen Liesel auf dem Arm(Pierre) zurück und ich mit meinen Neffen (6 u 8) an den Armen hängend.Mancmal ist Abenteuer in der nächsten Umgebung.
    Liebe Grüße
    Ingrid
    Ich freu mich schon auf die Wanderung

  • #3

    Cristen Vandermark (Donnerstag, 02 Februar 2017 15:41)


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