"Lex Wanderwölfe" ???

 

Seit Jahresbeginn genießt unsere Wandergruppe besondere Beachtung durch die Hüter des (Landeswald-)Gesetzes.

 

Dessen irdischer Regionalvertreter stellte jüngst ein paar interessante Forderungen auf, wenn wir weiterhin in Feld, (Staats-)Wald und Flur unterwegs sein wollen.

Die Kurzfassung:

  • Wanderwölfe-Ausflüge dürfen/sollen nicht im Naturpark Schönbuch stattfinden.

 

  • Der Forstbehörde soll jährlich das geplante Jahresprogramm zur Beurteilung vorgelegt werden.

 

  • Die in den „Rudel-Regeln“ festgeschriebene Weisungsbefugnis des Wanderführers insbesondere hinsichtlich der Leinenpflicht ist strikt zu befolgen

 

  • Es dürfen keine (gehäuften) Beschwerden anderer Waldnutzer bei der Forstbehörde eingehen.

 


Klar, dass wir Wanderführer und das Ur-Wanderwölfe-Team darüber nicht sonderlich "amused" sind, denn abgesehen davon, dass unsere Mitwanderer zur Spezies "verantwortungsbewusste Hundeführer" zählen und auf unseren Touren seit Jahren hohen Respekt gegenüber den Interessen und Rechten Dritter unter Beweis stellen (siehe umfangreiche Rudel-Regeln), kommt das Landeswaldgesetz (LWaldG), auf das sich der Verwaltungsbeamte bezieht, nirgends auf den "Hund". Im Gegenteil bestimmt die Verwaltungsvorschrift zum Bußgeldkatalog ausdrücklich, dass Ausflüge von Wandervereinen keine organisierten Veranstaltungen im Sinne von § 37 Abs. 2 LWaldG und damit genehmigungsfrei sind.

 

Ich schwör: Da steht kein Wort im Sinne von "aber nur ohne Hund"!

 

Nach allem Anschein sind die Forstbehörden mehrerer Landkreise, die wir auf unseren Touren berühren, auch untereinander sehr geteilter Meinung in der Frage, ob unsere Ausflüge genehmigungspflichtig seien. Da liegt die Vermutung nahe, dass - nach dem anfänglichen Vorwand, Rechtssicherheit für die Wandergruppe herstellen zu wollen - durch die aufgestellten Forderungen der Erlass eines auch für die Forstbehörde bindenden rechtsmittelfähigen Bescheids vermieden und eine landkreis-individuelle "Lex Wanderwölfe" aus dem Hut gezaubert werden soll. 

 

Wie wir das finden, ist nicht druck-/blog-reif.
Lest bitte statt dessen meine Stellungnahme an die Forstbehörde über diesen → Link

 

Wer mag, teilt seine persönliche Meinung zu dieser Angelegenheit dem Landratsamt direkt mit.
Am besten per Brief und mit Kopie an mich. Wie ich euch kenne, bleibt ihr dabei sachlich und höflich.

 

Wie echte erwachsene Wölfe eben.

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========================== Nachtrag 13.02.2014 ======================================

 

Damit die Relationen deutlicher werden, hier ein wenig Statistik:

 

Von der allerersten gemeinsamen Wanderwölfe-Tour am 24.03.2012 bis zum Ende unseres zweiten Wanderjahres am 23.02.2014 werden wir auf 34 Ausflügen insgesamt 410 km Strecke, davon geschätzt 202 km im Wald (49 %) bewältigt haben, in beiden Jahren zusammen ganze 11 km im Schönbuch (2,7 % der Gesamtkilometer), aus gutem Grund ausschließlich an der weniger besucherfrequentierten Nordseite.

 

Nach der ursprünglichen Gesamtidee "Wanderwölfe" sollen

  • von März 2012 bis Februar 2018
  • auf 95 Ausflügen
  • rund 1.300 km in der Region Rottenburg plus 30 km Umkreis

erwandert werden; davon berühren sage und schreibe 4 (in Worten: vier) Touren den Schönbuch auf einer addierten Streckenlänge von 32 km. Das heißt wir sind im Durchschnitt alle 18 Monate einmal im Schönbuch und haben uns dafür in weiser Voraussicht heute schon die Region dicht bei bzw. nördlich der L 1184 ausgeguckt, um vom erhöhten Jogger- und Kinderwagenaufkommen wie im Bebenhäuser Forst weitgehend verschont zu bleiben.

 

Die Forstbehörde macht sich also eine hoheitliche Aufgabe daraus, für weniger als als 3 % unserer Gesamt-Planung eine Regelung treffen zu wollen, die sie morgen oder übermorgen schon widerrufen kann ... oder wann immer sich ein heranbrausender Mountainbiker (die Sorte ohne Klingel am Lenker) darüber beschwert, dass wir nicht schnell genug zur Seite resp. in den Graben gesprungen wären  ...

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Wandersaison 2014/15 (geplant)

22 Touren | 292 km gesamt; davon 117 km Waldstrecke; davon Schönbuch: 8 km;

bis zu 20 Anmeldungen pro Tour

Kreis Anzahl km
gesamt

geschätzte

Waldstrecke

in %  

davon

Staatswald

 

Schönbuch

BB 4 51 km 14 km 27 % ?? 8 km
(nördlich L 1184)
BL 1 13 km 7 km 53 % ??  
CW 6 86 km 51 km 59 % ??  
FDS 4 66 km 27 km 41 % ??  
7 76 km 18 km 24 %
?? 0 km
             
  22 292 117 40 %  

8 km

      = 40 % der Gesamtstrecke

= 7 % der Waldstrecke

bzw. 3 % der Gesamtstrecke


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Wandersaison 2013/14

21 Touren | 247 km gesamt, davon 125 km Waldstrecke; davon Schönbuch: 11 km;

Teilnehmer durchschnittlich: 17 Menschen, 18 Hunde

Kreis Anzahl km
gesamt

geschätzte

Waldstrecke

in %  

davon

Staatswald

 

Schönbuch

BB 5 47 km 20 km 42 % ?? 11 km
(Hildrizhausen)
BL 0  0 km   0 km  0 % ??  
CW 5 73 km 41 km 56 % ??  
FDS 5 53 km 26 km 49 % ??  
6 74 km 39 km 52 %
?? 0 km
             
  21 247 125 50 %  

11 km

      = 50 % der Gesamtstrecke

= 9 % der Waldstrecken

bzw. 4,5 % der Gesamtstrecke


=================================================================================

Wandersaison 2012/13

14 Touren | 163 km gesamt; davon 77 km Waldstrecke; davon Schönbuch: 0 km;

Teilnehmer durchschnittlich: 20 Menschen, 19 Hunde

Kreis Anzahl

km

gesamt

geschätzte

Waldstrecke

 in %  

davon

Staatswald

 

Schönbuch

BB 2 30 km 14 km 47 % ?? 0 km
BL 1  15 km   8 km  53 % ??  
CW 2 28 km 14 km 50 % ??  
FDS 3 33 km 15 km 45 % ??  
6 57 km 26 km 46 %
?? 0 km
             
  14 163 77 47 %  

0 km

 

      = 47 % der Gesamtstrecke

= 0 % der Waldstrecke

bzw. 0 % der Gesamtstrecke


========================== Nachtrag 14.02.2014 ======================================

 

Der Vollständigkeit halber noch ein Blick in die Glaskugel
bezüglich unserer langfristigen Vorüberlegungen (Stand: 02.2014)

 

2015/16

13 Ausflüge | 208 km gesamt; davon .......... km Waldstrecke; davon Schönbuch: 0 km;

 

2016/17

13 Ausflüge | 221 km gesamt; davon .......... km Waldstrecke; davon Schönbuch: 0 km;

 

2017/18

12 Ausflüge | 157 km gesamt; davon .......... km Waldstrecke; davon Schönbuch: 13 km;

(nördlich L 1184)                           

 


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Kommentare: 6
  • #1

    Cordula (Mittwoch, 12 Februar 2014 08:35)


    Danke an die Menschen von Bailey, Chica und Perro und alle ausdrücklich nicht Genannten, die mich bisher in dieser Sache mit den richtigen Quellenangaben und fachlich fundiertem Input versorgt haben.

  • #2

    Heinz Klenk (Freitag, 14 Februar 2014 19:03)

    Hallo Cordula,
    das ist ja Wahnsinn, wie Du Dich da reinhängst und auch noch diese Statistiken, das ist wirklich lobenswert.
    In der Hoffnung, dass Deine viele Arbeit und Zeit, die Du in dieser Sache investierst, zu einem guten Ende führt, grüßt Dich ganz herzlich aus Kiebingen
    Heinz & Nasja

  • #3

    Cordula (Freitag, 14 Februar 2014 19:36)


    Ja, mag sein, dass man hier um "Kaisers Bart" streitet.
    Ich fühle hier mein Urteilsvermögen angezweifelt und mich an meinem Gerechtigkeitsnerv gekitzelt
    Wer das wagt, muss schon mal mit "leichtem" Gegenwind und einer Fülle von Hintergrundinformationen rechnen ...

    Außerdem:
    Was taugt ein LANDES-Gesetz, wenn's nicht in allen Landkreisen gleichermaßen angewendet wird?

  • #4

    Christian (Samstag, 15 Februar 2014 12:51)

    Hallo Cordula heute ist ein Leserbrief von einem Herrn Brück in der SWP. Der stellt die These auf, dass unsere Hunde bekanntlich vom Wolf abstammen und daher Raubtiergerüche im Wald verbreiten. Dies würde bei den Tieren des Waldes Streß verursachen. Toll, meine Bailey riecht nach Raubtier. Sie ist jetzt total Unglücklich. Gibt es ein Shampoo mit Lammgeruch?

  • #5

    Cordula Polster (Samstag, 15 Februar 2014 18:32)


    Hihi, das unterschreib ich SOFORT:
    Bailey, das LAMM im Wanderwolfspelz ==:o))

  • #6

    Gerd (Sonntag, 16 Februar 2014 10:43)

    Tatsache ist, dass Forstdirektor Thies versucht [Man staune, mit welchen Kinkerlitzchen sich ein Beamter im höheren Dienst, Besoldungsgruppe A 15, abgibt!], das Landeswaldgesetz und die ergänzenden Verwaltungsvorschriften ohne besonderen Anlass und eigenmächtig zu verändern, um gezielt dem Wanderverein „Die Wanderwölfe“ die Freiheit über die allgemein gültigen gesetzlichen Auflagen hinaus einzuschränken.
    Das ist – auch für einen Forstdirektor – eine klare Kompetenzüberschreitung und Nötigung im Amt, die man als Bürger auf keinen Fall hinnehmen darf, will man in Zukunft nicht immer weiter geknebelt werden!
    Dabei hat er nicht einmal sachliche Argumente für seine Entscheidung, sondern säuselt erst von seiner „hoheitlichen Aufgabe“ zur Einhaltung des Landeswaldgesetzes [!], stellt dann fest, dass es bei den Wanderwölfen „objektive Differentialmerkmale zu privaten Wandergruppen“ gibt nämlich website und Unkostenumlage [So ein Schmarren!].
    Zur Hochform allerdings läuft er allerdings gleich in seiner ersten e-mail vom 13. 01. 2014 auf. Dort stellt er die Wanderwölfe dar, als wären wir ein Tsunami, der ungehemmt Wald und Flur verwüstet, und macht bereits handfeste Genehmigungsauflagen für unsere Wanderungen!
    Dabei übersieht der gute Mann aber, dass „Wandervereine u. ä.“ grundsätzlich nicht dem § 37(2) LWaldG unterliegen und den Wald nach § 37(1) betreten dürfen unter Beachtung der im Waldgesetz allgemein formulierten Einschränkungen, wie sie für jeden Bürger gelten!
    Herr Thies, das sollten Sie einfach akzeptieren – und dann Ruhe geben, bevor Sie sich noch mehr blamieren!