Abenteuer im Bildechinger Ried

 

Ein Samstag wie gemalt.

 

"Oooch," denk ich mir in einem Anfall von jugendlichen Leichtsinn, "machste 'mal eben' die 10-km-Testtour für Mai.".

 

*Pusteblume* ... aus 10 km wurden wieder 21, und das kam so:

 

Los geht's zwischen Hochdorf und Altheim am Wanderparkplatz "Alter Hochbehälter". Das Navi hat Saft, findet auch gleich den richtigen Satelliten und zur Sicherheit haben wir auch noch ne Papierkarte dabei. So bin ich guter Dinge. Jette und Paul sind's sowieso.

 

Bis zum Gäubahntunnel.

Der liegt nämlich im tiefsten Schatten und die abschüssige Strecke ist - sagen wir mal aaaaa....rg glatt.


 

 

Am lustig murmelnden Steinach-Bächle entlang geht's weiter Richtung Altheim. Immer schön auf halber Hanghöhe: links die bewaldete Böschung, rechts eingezäunte Schafweiden bis runter zum Bächle.


 

 

Hätt ich mal lieber GLEICH den Denkapparat eingeschaltet als dieses Schild an der Abzweigung auftauchte:

 

 

Nö. ich vertraue auf meinen Zugvogelinstinkt und darauf, dass - wo Autos nicht mehr weiterkönnen - meistens doch ein Durchlass für Fußgänger vorhanden ist.
*zweite Pusteblume*


Knapp einen Kilometer später hab ich die Wahl: umdrehen oder parallel zum (ab hier eingezäunten PRIVAT!-)Weg durch den noch einigermaßen licht aussehenden Wald. Ich entscheide mich für die Geländevariante. Die Wölfe geben ihr Bestes, indem sie sich nicht öfter als unbedingt nötig zwischen den verflixt dicht stehenden Schösslingen mit ihren Leinen verfitzen.

 

So machen wir weitere 300 m in die ursprünglich geplante Richtung.
Dann: Stacheldraht. Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhhhhhhhhhh !!!

 

Zurück?!? - NIEMAAALS !!!

Also 100 % Steigung durch's Unterholz. MISTABERAUCH.

Beim Hochkraxeln (drei Schritte vor, einer zurück) streift mich flüchtig der Gedanke, das ich neulich mal was von "zur Sicherheit immer zu zweit unterwegs" von mir gegeben hab. - Alles Geschwätz von gestern. So viel klüger bin ich wohl doch nicht geworden, über die paar Nächte ...

 

Nach einer endlosen halben Stunde sind wir oben. Und wenig später machen wir erstmal gebührend Rast bei Unserer Lieben Frau. Höchste Zeit für ein kleines Dankgebet, dass wir wieder einmal alle Schutzengel auf unserer Seite hatten ...


 

Weiter geht's mit dem Westwind über die zugige Hochebene bis zur Hinterriedhütte.

Die liegt heute ziemlich verlassen da. Ende Mai dürfte wohl etwas mehr Betrieb sein, wenn's Wetter mitspielt.

Kurz nach der Hütte sticht mich schon wieder der Übermut. Keine Lust, den geplanten (asphaltierten) Weg zu gehen, nehme ich einen Wiesenpfad. Himmlisch weich der Boden. Schön, immer mal wieder über sonnendurchflutete Lichtungen zu gehen.

 

Doch dann ... was ist das?!

 

Zwei Gräber mitten im Wald. Weitab jeglicher Behausung. Das rechte die letzte Ruhestätte eines kleinen Jungen. Grade mal sechs Jahre ist er alt geworden. Werde gleich am Montag beim Ortsverwalter nachfragen, was es mit diesem ungewöhnlichen Begräbnisplatz auf sich hat.

 

 

 

 

Und dann - die Insider unter meinen lieben Blog-Lesern ahnen es schon - seh ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, nehm an der Kreuzung prompt die falsche Richtung und darf doch noch umkehren!

 

Jette und Paul ficht das nicht an. Für sie hat Mutter Natur eine tolle Bar aufgebaut.

 

Naja, und kurz darauf - mit einem kurzen Stopp um die letzten Käsewürfelchen aus der Wiese zu schnüffeln - sind wir auch schon wieder am Hochbehälter.

 

Eigentlich ist's noch früh am Tage ... man könnte auf dem Heimweg ja auch noch nach ner vernünftigen Einkehr schauen. - Doch in Hochdorf blitzen wir ab: 25.05. ist Konfirmationssonntag. Da hat der große Dorfgasthof keinen Bedarf an Wölfebesuch.

 

Also auf in den Nachbarort Vollmaringen. Dort gibt's einen Südtiroler, bei dem kriegen wir frischen hausgemachten Apfelstrudel. Standesgemäß mit Vanilljeeis und Schlagsahne.

 

Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmhhhh.


25.05.2014

 

Im Bildechinger Ried

10:20 Uhr Nagold-Hochdorf, Wanderparkplatz Alter Hochbehälter

 

  | 11 km | 250 hm
  Rückkehr ca. 14:30 Uhr

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Kommentare: 3
  • #1

    Jutta (Samstag, 22 Februar 2014 22:33)

    Eis gegessen ohne mich,wie geht sowas ?!
    Ich wurde doch schon als Kind auf Wanderungen mitgenommen....mit meist " Pustekuchenversprechungen" hinter der nächsten Ecke ist ne Eisbude......

  • #2

    Cordula (Sonntag, 23 Februar 2014 08:41)

    Nein, meine Liebe,
    ich hab (noch) kein Eis gegessen. Grade deswegen.
    Strudel und Eis heben wir uns für Mai auf. - Ganz ohne Pusteblume.

  • #3

    Götz (Sonntag, 23 Februar 2014 09:01)

    Tja, da hast Du ja mal wieder Glück gehabt. Meine Schwiemu sagt immer: man wird alt wie ne Kuh und lernt immer noch dazu. So alt bist Du also doch noch nicht......;-))