Kamikaze-Rehe und Schafs-Pullover

Zugegeben: er war diesmal ein bisschen versteckt, unser zweiter Treffpunkt in Seebronn. Mit Hilfe des Fotos in der Vorschau-Bilderstrecke trafen sich aber doch 18 Menschen und 21 Hunde bei typischem Wanderwölfe-Wetter*) und machten sich wie immer pünktlich um 10:15 Uhr plus 10 Minuten auf den Weg zum Jakobsweg.

 

*) erst Schlechtwetter "antäuschen", dann immer besser werden ==:o))

Parallel zur täglichen Kurzgassistrecke vieler Seebronner ging's erstmal "Huiiiii die Waldfee" über's flache Feld. Am Waldrand hieß es dann leider "Bitte online", denn hier wohnt eine Wildschwein-Großfamilie ...

 

Schnell war das Wäldle durchwandert und wir kamen "hinderschich" dem Heuberger Hof raus. Eine Ecke, die viele von uns bestenfalls aus dem Auto kennen, wenn sie gelegentlich die Ortsverbindungsstraße zwischen Seebronn und Wendelsheim benutzen. Nun, immerhin kennen sie jetzt auch den Unterschied zwischen Heuberg und Streimberg.

Und können von den dort wohnenden Kamikaze-Rehen berichten, die wohl in einem Anfall von Größenwahn unseren Weg kreuzten. Obwohl sie längst Wind von uns bekommen haben mussten. Nach dem lauten Warnruf der Wanderer am Ende der Gruppe griff sich jeder schnell den nächst besten der frei laufenden Hunde, dann konnte das Rotwild gefahrlos Richtung menschlicher Behausung (!) wechseln.

 

Ganz ehrlich: ein bisschen erleichtert waren wir schon, dass wir sie schneller bemerkt hatten als unsere Hunde. Denn kurz darauf kam den "Wölfen" die nächste interessante Fährte in die Nase.

 

Zum Glück können die wenigsten Hunde lesen, und so kamen wir auch heil am Geflügelhof vorbei.

 

Die meisten von uns nicht ahnend, dass uns am Fuße des Streimbergs gleich das nächste Abenteuer warten würde: die Überquerung des Autobahnzubringers.

Nachdem das mit höchster Konzentration und einem Winkewinke in Richtung der vorbeifahrenden Seebronner Nachbarn unfallfrei geschafft war, schob sich bald die Weggental-Kirche behäbig-dekorativ in unser Blickfeld. Für einen kurzen Moment kam programmgemäß auch die Sonne raus. Wiedermal grade so lange, dass wir gemütlich zu Mittag rasten konnten.

 

An diesem an sich trüben Sonntagmittag waren nur vereinzelt Jogger und Nordic Walker unterwegs. Man kann sich gut ausmalen, was an einem durchweg sonnigen Frühlingssonntagnachmittag spaziergängertechnisch ansonsten hier los sein mag ...

 

 

Gut gestärkt ging's unfallfrei die Wengertstäffele runter ins Weggental ... und auf der anderen Seite zwischen Klosterkirche und Emmauskapelle gleich wieder die Himmelsleiter rauf ... da waren sie ... tatsächlich drei bis fünf Regentröpfle. Der Rest vom fiesen Sprühregen, den der Radio-Wetterfrosch am Morgen noch bei Sulz am Neckar ausgemacht hatte.

 

Dankschön an die Sulzer, die uns diesen Kelch abgenommen haben ==:o))

 

Wenige Meter weiter hatte der stetige Wind über der Hochebene die paar Regentröpfle auch schon wieder weggeblasen und die nächste Überraschung dieser Tour erwartete uns:

Schäfle im Wollpullover!

Die Mädle (?) in Rot, die Bube (?) in Blau. Wie sich's gehört.

 

Was machen die nur, wenn Ende Mai/Anfang Juni die echte Schafskälte kommt? Ziehen die sich dann einen Wolfspelz über?

 

 

Zwischen den sanften Hügeln der Gäuebene hindurch gelangten wir rasch zum Kesselbronnen zwischen Eratskirche und Remmingsheim. Zeit für die zweite Kurz-Rast. Luna und Nasja, unsere beiden Badenixen, nahmen ihr obligatorisches Fußbad, die Menschen verschnauften ein bissele, und dann ging's auch schon weiter.

 

Unglaublich, wie in den letzten Tagen die Natur aufge-BLÜHT ist.

 

Gerade in den geschützteren Ecken, wie zum Beispiel im Eisental, dem letzten Abschnitt unserer Tour, wo wir in einem relativ schmalen Hohlweg eine denkwürdige Begegnung mit einem ein einsamen Reiter samt Handpferd hatten.

 

Zum Glück sind wir ordentliche Wegfreimacher.
Und der Reiter stieg sicherheitshalber auch lieber vom Pferd.

So verlief die Situation zur allseitigen Zufriedenheit.

 

Mit herrlichem Rundum-Blick über die Highlights der heutigen Tour kamen wir nach gut 4 1/2 Stunden wieder in Seebronn an. - Ich liebe es, wenn die Touren halbwegs zur ursprünglichen Zeitplanung passen ==:o))

 

Bei der anschließenden Einkehr in Oberndorf gab uns MdL Daniel Lede-Abal aus Tübingen die Ehre. Er wollte wohl einfach mal sehen, welcher "durchgeknallte Haufen" nicht alle obrigkeitlichen Machtdemonstrationen ohne Weiteres hinnimmt ... nunja, er hatte mit Thorsten und Andree wohl ein paar angenehme Gesprächspartner, denn er hat bis zum Schluss mit uns ausgehalten.

 

Übrigens:

In der "Sonne" in Oberndorf sind ANSTÄNDIGE Hunde (angeleint!) in der Gaststube gelegentlich durchaus Willkommen. Nur als größere Gruppe wird es für Personal und die anderen Gäste zur Herausforderung.



Ein herzliches Dankeschön unseren fleißigen Tour-Fotografen


23.03.2014

 

 

Am Anfang war der Jakobsweg

Seebronn - Weggental - Kesselbronnen - Eisental

 

 

 • | 15 km | 160 hm

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Kommentare: 5
  • #1

    Jutta (Montag, 24 März 2014 22:14)

    Mal wieder eine super tolle Wanderung, mit extra viel Freilaufflächen zum Austoben sogar Jette Mausi war offline! Zum Glück haben wir Menschen die Rehe zuerst gesehen und konnten noch schnell anleinen sonst währ der Jägermeister Luna Out of Control gewesen....
    Das Wetter war auch gut , dank Götz seiner Tradition seinen Teller am Vortag immer ratzeputz leer zu essen.
    Was sehr schade war , ich hät mehr Einsatz als Helferin zeigen sollen und zwar Ingrid und Pierre gegenüber was ihren Plattfuss am Auto betraff. Verdammt ich kann doch Reifen wechseln hätte auch Radkreuz und Wagenheber dabei gehabt.....und die Radschrauben die manchmal so schwer aufgehen dafür hätten wir paar starke Männer gehabt.....schade das wegen so einer Panne zwei Hauptwandermitglieder Entschuldigung drei Hauptwanderer mit Liesel den tollen Tag verpaßt haben....und hoffe die drei sind noch ohne weitere Katastrophen gut nach Hause gekommen...

  • #2

    Cordula (Dienstag, 25 März 2014 06:50)

    Viel Freilaufflächen, ja.
    Ich fände es trotzdem sehr angebracht, könnten wir unsere bisher schon vorbildliche Selbstdisziplin ausweiten auf frisch angesäte, säuberlich geeggte Felder. - Schließlich sollen da in Kürze Lebensmittel wachsen. Und das geht nicht, wenn die Saat von tobenen Hunden zerwühlt ist.
    (vom schlechten Immitsch mal ganz abgesehen ...)

  • #3

    Götz (Dienstag, 25 März 2014 08:51)

    Also damit hätte ich keine Probleme 8-))
    Nein, ich finde auch, dass wir sicher irgendwann Probleme mit Landwirten bekommen wenn Hunde im gestreckten Galopp über die Felder rasen. Ganz abgesehen von eventuell "übersehenen" Haufen. Sollte irgendein Nichtwanderwolf da sein Geschäft verrichtet haben waren es natürlich unsere Hunde...ähm Eure....meine machen sowas ja aus Mangel an Möglichkeiten nicht. ;-))
    Übrigens: Omino hat jetzt eine leuchtOrangene und Gioia eine leuchtGelbe zwei Meter Biothane Leine.

  • #4

    Cordula (Dienstag, 25 März 2014 09:08)

    Glückwunsch zum quietschbunten Leinenzuwachs. Da steht den nächsten unfallfreien Touren ja nix mehr im Weg!

    Sagtmal, geht's euch auch so: über die Jahre sammeln sich Leinen und sonstiges Zubehör in einer großen Kiste an ... zu schade zum Wegwerfen, aber trotzdem nicht in Benutzung.

    Sollten wir mal einen Wanderwölfe-Sammelleinen/Zubehör-Tauschtag organisieren?
    Zum Beispiel bei unserer Einkehr im Naturfreundehaus Nagold am 27.04. ???

  • #5

    Jutta (Freitag, 28 März 2014 19:44)

    Ja, voll Pull gute Idee Hundesachen/Zubehör Tauschtag ! Hab noch viele Sachen für kleine Wanderwölfe übrig....